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Das Carpaltunnelsyndrom - eine Volkskrankheit

verfasst von Dr. med. Stephan Huttner
Das Carpaltunnelsyndrom ist das häufigste periphere Nervenkompressionssyndrom, gekennzeichnet durch vorwiegend nächtliche, quälende Schmerzen in der Hand, Pelzigkeit der Finger und Missempfindungen, Störungen der Feinmotorik, Ungeschicklichkeit, Schwäche, Schmerzausstrahlung bis Unterarm / Oberarm sowie erheblicher Einschränkung der Lebensqualität und der Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Hand.

Bis zu 1% der Bevölkerung pro Jahr sind von dieser Krankheit betroffen, Frauen fünfmal so häufig wie Männer.
Die Ursache ist eine in der Regel veranlagungsbedingte ("idiopathische") Einengung des Mittelnerves ("Nervus medianus") in der Hohlhand. Dieser Nerv verläuft in einem Tunnel ("Carpaltunnel") vom Handgelenk bis in die Mitte der Hohlhand. Beim "Carpaltunnelsyndrom" verdickt sich das Dach dieses Tunnels so stark, dass der Nerv darin abgedrückt wird und es zu den beschriebenen Beschwerden kommt. Wie stark der Mittelnerv abgedrückt wird, klärt eine neurologische Untersuchung mit entsprechenden Nervenmessungen.

Von den Ergebnissen dieser Untersuchung und den Beschwerden des Patienten hängt es dann ab, ob operiert werden muss oder noch konservativ (z.B. mit nächtlichen Lagerungsschienen und / oder Medikamenten) behandelt werden kann (OP-Ziel: Beseitigung der Kompression des Nervus medianus im Carpalkanal). Die früher übliche Operation über einen großen Hautschnitt in der Hohlhand bis zum Handgelenk mit weiter Freilegung der Mittelnerven ist wegen der Narbenprobleme und der oft langwierigen Nachbehandlung heute meist nicht mehr erforderlich.
Stattdessen erlauben endoskopische ("minimal invasive") Operationsverfahren meist eine schnellere Wiederherstellung der Funktion der Hand, geringere Narbenbeschwerden und schnellere Wiederaufnahme der Arbeit nach der Operation.

Hier ist das Prinzip der endoskopischen OP-Technik (nach Agee / Micro Aire) dargestellt:


Der endoskopische Eingriff erfolgt in der Regel in örtlicher Betäubung des Armes durch eine sogenannte Plexus-Anästhesie, dauert nur wenige Minuten und erfordert anschließend lediglich einen elastischen Verband, keinen Gips. Bereits am Abend des Operationstages können die Finger wieder bewegt werden, z.B. Essen, Trinken etc. sind dann mit der operierten Hand wieder erlaubt. Nach wenigen Tagen genügt meist ein Pflaster als Verband, nach Abschluß der Wundheilung kann die Belastung der Hand weiter gesteigert werden. Die vorher störenden nächtlichen Schmerzen und Missempfindungen verschwinden nach der Operation meist sehr schnell, je nach Schweregrad der Erkrankung können z.B. Pelzigkeit oder Bewegungsstörungen eine längere Rückbildungszeit benötigen. Ein Wiederauftreten dieser Erkrankung ist bei den heute üblichen Operationstechniken selten, die Langzeitergebnisse sind gut.

Zusammenfassung:

Das Carpaltunnelsyndrom als häufigstes peripheres Nervenkompressionssyndrom ist durch schmerzhafte Missempfindungen in den Händen gekennzeichnet und kann heute in der Regel durch minimal invasive / endoskopische Operationstechniken komfortabel für den Patienten und mit guten Ergebnissen operativ behandelt werden.

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